Neue Ideen sind gefragt

Wie Wehren den Nachwuchs halten wollen

Der Nachwuchs-Feuerwehrsport wird im Landkreis wie hier beim Stadtfeuerwehrtag in Brieske groß geschrieben.FOTO: Uwe Hegewald

Landkreis OSL. Eine bittere Nachricht hat Fred-Hagen Karzenburg bei der Delegiertenkonferenz des Kreisfeuerwehrverbandes OSL übermittelt. Erstmals seit sechs Jahren müsse ein Rückgang der Mitgliederzahlen in den Jugendfeuerwehren hingenommen werden.

879 Mädchen und Jungen sind in 67 Jugendfeuerwehren organisiert, um das Feuerwehr-Abc zu erlernen. Das sind 111 Kinder/Jugendliche weniger, als vor einem Jahr. „Die steigenden Zahlen der zurückliegenden Jahre ließen uns hoffen, irgendwann die 1000er Marke zu knacken. Von diesem Ziel müssen wir uns vorerst verabschieden“, so Fred-Hagen Karzenburg. Was sind die Gründe, warum Mädchen und Jungen der Nachwuchsfeuerwehr den Rücken kehren? 40 Prozent hätten keine Lust mehr, 20 Prozent andere Interessen gefunden, und zehn Prozent sind in andere Vereine gewechselt.

„Eine überaus erfolgreiche Arbeit“, so Karzenburg, der als Beispiel die vier Landesmeistertitel der Jugendfeuerwehren aus Bronkow (Amt Altdöbern) und Groß Lübbenau anführt. Im Idealfall vollziehen die Nachwuchs-Feuerwehrsportler den Schritt in die Einsatzabteilung, in der Frauen und Männer händeringend gesucht werden.

„Die Tageseinsatzbereitschaft von Ortswehren ist oft nur noch zu 25 Prozent gewährleistet“, sagt Werner-Siegwart Schippel Ende, Präsident des Brandenburger Feuerwehrverbandes. Um Tageseinsatzbereitschaften zu garantieren werde auch über das Einbeziehen von Kommunalbediensteten mit Feuerwehrerfahrung nachgedacht. Für sie soll ein Teil ihrer Arbeit in der öffentlichen Verwaltung – rund 30 Prozent – dem Brandschutz vorbehalten sein.

Um Mädchen und Jungen so lange wie möglich bei der Stange zu halten, müssen Jugendfeuerwehrwarte Ausgewogenheit bieten.

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