Musikbahnhof kommt ins Ziel

Bereit zum Rocken

Das Architektenehepaar Simon Breth und Rut de la Calle und ihre Söhne zeigen stolz den neuen Tonstudio- und Konzertraum im Musikbahnhof Annahütte. FOTO: LR / Catrin Würz

Annahütte. Nachdem das Bahnhofsgebäude von Annahütte jahrzehntelang leer stand, erfüllt es nun einen neuen Zweck. Ein Architektenehepaar betreibt dort ein Kreativstudio für Bands und Musikprojekte.

Das freigelegte blanke Klinkermauerwerk in den Räumen es Annahüter Bahnhofs strahlt eine kühle Nüchternheit aus. „Eine Atmosphäre, die Künstler ja brauchen, um kreativ sein zu können. Frei von Ablenkung und störenden Einflüssen“, sagt Simon Breth. Der Architekt aus Berlin steht zusammen mit seiner Frau Rut de la Calle Gonzàlez im lichtdurchfluteten Herzstück des neuen Musikbahnhofes Annahütte. Im einstigen Wartesaal des Gebäudes ist über zwei Etagen ein Studio- und Konzertsaal entstanden – ausgestattet mit Instrumenten, Mischpult, professioneller Tontechnik und einem Regie-Raum.

Vor zehn Tagen hat an diesem Ort schon die erste Musiksession stattgefunden: eine Feuertaufe. Der chilenische Pianist und Klangkünstler Marcos Meza hat eine Liveaufnahme seines neuen Albums hier eingespielt. Weltweit kann dies jetzt auf dem Online-Videoportal Youtube angesehen werden.

„Wir sind sehr glücklich, jetzt soweit gekommen zu sein“, sagt Simon Breth. Vor zweieinhalb Jahren ist der Berliner Architekt mit seiner Familie in das „Abenteuer Musikbahnhof“ gestartet. Er kaufte den seit Jahrzehnten leerstehenden Ziegelbau am Ortsrand – und holte ihn vom Abstellgleis. Die Idee dahinter: einen Ort schaffen, an dem Bands, Musikprojekte oder auch andere Künstler für das gemeinsame Songschreiben oder für Tonaufnahmen einen Kreativ-Ort haben; sozusagen einen Probenraum mit Schlafplatz.

Fünf Schlafräume für bis zu acht Personen sind jetzt nutzbar sowie auch ein großer Gemeinschaftsbereich mit Küche. Einfach und urig ist alles ausgestattet – und viel bleibt noch zu tun. Eine Pflanzenkläranlage ist im Entstehen, und auf den alten Gleisanlagen hinter dem Bahnhof wird der Außenbereich gestaltet. Auch das zum Komplex gehörende Bahnwärterhaus hat der 44-jährige Familienvater schon fest im Blick: Eines Tages soll dort eine weitere Künstlerpension entstehen.

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